Die Glaswerkstätten von Palau del Vidre und Saint André

Die Ursprünge der Glasfabrikation im Albères-Massiv reichen bis ins Mittelalter zurück. Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelt sich die Glasherstellung und Werkstätten werden in Perpignan, Elne, Saint-André-de-Sorède, Villelongue-dels-Monts und Laroque-des-Albères eröffnet.
In den Jahren ab 1440 nimmt die Zahl der Glasbläser in Palau bedeutend zu, sodass der Ort fortan den Namen Palau-del-Vidre (katalanisch für Palast des Glases) trägt.
Für die Herstellung von Glas sind verschiedene spezielle Rohstoffe notwendig. Das Albères-Massiv liefert die notwendigen Brennmaterialien und der Fluss Tech den Kalksand, während Natron und Kalk in lokaler Produktion hergestellt werden.
Während viele Werkstätten des Roussillon bereits im 15. Jahrhundert die Glasherstellung wieder einstellen müssen, bleibt die Produktion in den Dörfern der Albères-Berge bis ins 16. Jahrhundert hinein sehr erfolgreich.
Seit den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts wird dieses Kunsthandwerk in Palau-del-Vidre erneut gefördert und ist seither sehr bekannt für seine Glasbläser. 
Seit 1994 findet hier alljährlich das internationale Glasfestival statt, das vom Verein für Kunst und Kultur zur Erhaltung des Kulturerbes organisiert wird. Ein Grund für Glaskünstler aus aller Welt Anfang August hier zusammenzukommen.
Weitere Glaswerkstätten lassen sich auch in den Nachbarorten Saint André, Elne und Laroque-des-Albères besichtigen.